Adaptive Zuglenkung

12. 01. 2026

Unsere Fahrdienstleiter:innen tragen eine hohe Verantwortung. Sie steuern und koordinieren alle Fahrten in ihrem Stellbereich. Um noch mehr Fahrten und dichtere Intervalle zu ermöglichen, setzen wir auf unterstützende digitale Lösungen.

Mit der Adaptiven Zuglenkung (AZL) legen wir den wesentlichen Grundstein für einen automatisierten Bahnbetrieb. Fahrdienstleiter:innen haben damit ein hilfreiches Werkzeug für ihre tägliche Arbeit an die Hand. Wir können so den operativen Betrieb realitätsnäher abbilden, die Betriebsqualität weiter steigern und den Energieverbrauch positiv beeinflussen.

Konflikte erkennen und lösen

Die AZL erkennt Konflikte im Zuglauf frühzeitig und zeigt sie den Fahrdienstleiter:innen an – etwa dann, wenn zwei Züge – ausgelöst durch eine Verspätung oder ein ungeplantes Ereignis – gleichzeitig denselben Bahnsteig oder dasselbe Gleis nutzen sollen. Die teilautomatisierte Konfliktlösung unterstützt in solchen Situationen bei der Entscheidung, indem sie Lösungen vorschlägt, welcher der beiden Züge zum Beispiel priorisiert, gebremst oder umgeleitet werden soll.

Staufrei und energieoptimiert fahren

Zusätzlich errechnet die AZL in Echtzeit Fahrempfehlungen, damit für jeden Zug klar ist, mit welcher Geschwindigkeit er sich in der aktuellen Situation optimal ins Betriebsgeschehen einfügt. Auf diese Weise erreichen wir eine „Grüne Welle“ auf der Schiene und reduzieren ungeplante Halte oder ineffiziente Brems- und Beschleunigungsmanöver.

Hinter der Fahrempfehlung steckt der hochkomplexe Ansatz der erweiterten Prognoserechnung. Sie ist das innovative Herzstück und verarbeitet unzählige Parameter – zum Beispiel zur aktuellen Zusammensetzung des Zuges und den fahrzeugtechnischen Daten der tatsächlich eingesetzten Fahrzeuge, aber auch Informationen zur aktuellen Verkehrslage auf der Strecke oder zu allfälligen Langsamfahrstellen.

Triebfahrzeugführer:innen erhalten über ein geeignetes Ausgabegerät, wie ein Tablet, die Fahrempfehlungen für ihren Zug automatisiert übermittelt. Die prognostizierten Empfehlungen werden bei Bedarf dynamisch korrigiert und im erforderlichen Umfang weitergegeben. Fahrdienstleiter:innen müssen in diesem Prozess nicht mehr aktiv werden, was die Effizienz weiter steigert.

Transkript des Videos zum Nachlesen

Automatisierter Bahnbetrieb? Auf Schiene. Track FWD
Filmaufnahmen, Stimme im Hintergrund

Eine Frau sitzt mit Kopfhörern und einem Handy in der Hand im Zug am Fenster.

Textinsert: Innovativer und automatisierter Zugbetrieb - Computer und vernetzte Daten unterstützen uns beim Steuern unserer Züge.

Sprecherin: Wenn wir von Digitalisierung sprechen, dann sprechen wir auch vom innovativen und automatisierten Zugbetrieb. Computer und vernetzte Daten unterstützen uns beim Steuern unserer Züge. Ist die Strecke frei? Gibt es Verspätungen? Was ist die optimale Geschwindigkeit? Könnte eine Störung auftreten? Über eine Vielzahl von Echtzeitdaten wird die Fahrt live bis zum Endbahnhof durchgeplant und laufend optimiert. Und wird dadurch energiesparender, pünktlicher und bequemer. Es wird eine Stadt bei Nacht von oben gezeigt. Die markanten Zugsignale am Streckenrand wandern in das digitalisierte Cockpit der Lokführer:innen. Vom optimierten Fahrplan bis zur in Echtzeit adaptierten Fahrtinformation für die Gäste. Die Adaptive Zuglenkung erzeugt für alle ein noch besseres Bahnerlebnis. Die Zukunft des Bahnverkehrs ist digital und vernetzt. Und wir gestalten sie hier und jetzt.

ÖBB. Heute. Für morgen. Für uns.

Mit Hilfe der AZL vermeiden wir außerplanmäßige Halte sowie Brems- und Beschleunigungsmanöver, nutzen die Strecken- und Netzkapazitäten effizienter, erhöhen die Pünktlichkeitsrate und erreichen einen energieeffizienteren Zugbetrieb.